Werden Sie Lebensretter

Die aktuellen Termine finden Sie hier.

Dass die Versorgung mit Blut und Blutkomponenten rund um die Uhr seit über 60 Jahren in NRW sichergestellt wird, ist uns allen mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden. Doch – anders als bei industriell hergestellten Medikamenten – stellt die stetige Verfügbarkeit von Blut eine ganz besondere Herausforderung dar. So unterschiedlich die verschiedenen Spender sind, so unterschiedlich sind auch deren Blutgruppen und das gilt auch für die Patienten, denen wir die Konserve mit den verträglichen Blutgruppenmerkmalen zur Verfügung stellen müssen.

Sicherheit von Bluttransfusionen

Diskussionen um die Sicherheit von Bluttransfusionen sind dabei nicht neu. Ob Vogelgrippe, HIV oder BSE – aktuelle Ereignisse haben stets zur Diskussion um die Sicherheit der Präparate geführt. In der aktuellen Debatte geht es um die grundlegende Frage, ob bislang zu früh und zu oft transfundiert wurde und ob dabei Transfusionsrisiken unterschätzt werden. Es wird darüber nachgedacht, ob und wie der Einsatz von Bluttransfusionen verringert werden kann. Auslöser dafür waren Erfahrungen mit niedrigen Hb-Werten bei Patienten, die Bluttransfusionen ablehnten, die demographische Situation, die einen Mangel an Blutspendern erwarten lässt und einige Studien, die vermuten ließen, dass bei Patienten, die Bluttransfusionen erhielten, mehr Komplikationen auftraten. Einige Wissenschaftler plädieren einen noch restriktiveren Umgang mit Bluttransfusionen. Dafür entwickeln sie ein umfassendes System von Einzelmaßnahmen, das die Transfusionsnotwendigkeit und den Bedarf an Blutpräraten senken kann. Dieses System trägt den Namen Patient Blood Management (PBM). Ausgehend von vier Universitätskliniken arbeiten heute in Deutschland mehr als 60 Kliniken nach den Grundsätzen des PBM. Ihre Intention: Transfusionen vermeiden, wo immer es geht.

Der DRK-Blutspendedienst begrüßt und unterstützt die Anstrengungen zum Patient Blood Management, denn sie entsprechen dem Grundsatz der „Hilfe nach dem Maß der Not“. Die Allianz aus unentgeltlichen Spendern, einer gemeinnützigen Spendenorganisation und unabhängigen Forschern ist für uns der beste Weg, Patienten bestmöglich zu versorgen und sichere Blutpräparate im medizinisch notwendigen Umfang bereit zu stellen. Nicht mehr und nicht weniger.

Auswirkungen auf die Blutspende-Aktionen:

Der Bedarf an Blutpräparaten sinkt seit dem Jahr 2011 stetig. Die Zahl an Blutspenden ist in Deutschland von 4,92 Millionen Vollblutspenden im Jahr 2011 auf 4,32 Millionen Vollblutspenden im Jahr 2014 gesunken. Die weitere Entwicklung ist noch nicht abzusehen. Hauptaufgabe des DRK-Blutspendedienstes ist wie schon seit jeher, das Spendenaufkommen auf der einen Seite und den Konservenbedarf auf der anderen Seite in Einklang zu bringen. Bei einem zurückgehenden Bedarf unserer Krankenhäuser und Arztpraxen müssen hier aber heute neue Antworten gefunden werden. In der Planung mussten deshalb Terminrhythmen angepasst, Terminorte zusammengelegt oder auch herausgenommen werden.

Unter dem Stichwort „Flächensicherung“ wollen wir aber unbedingt gewährleisten, in allen Regionen weiter präsent zu bleiben. Denn bei einem gegebenenfalls wieder steigenden Bedarf müssen wir in der Lage sein, auch wieder deutlich mehr Spenden entgegennehmen zu können. Auch ist eine gleichmäßige Verteilung der Termine über die Wochen wichtig, was gegebenenfalls zur Verlegung von Terminen führen kann.

In der aktuellen Situation zeigt sich wieder einmal, wie wichtig es für den DRK-Blutspendedienst ist, ohne Gewinnerzielungsabsicht zu arbeiten. Das sichert dem DRK Vertrauen von Spendern, Politik, Gesellschaft und Medizin. Unser Versorgungssystem bleibt der Garant für eine reibungslose und sichere Versorgung der Krankenhäuser und Kliniken. Denn in einer Vielzahl von medizinischen Situationen bleibt die Bluttransfusion auch auf lange Sicht „alternativlos“.